| Gerechtigkeit - Ideal im Wandel? |
Reformüberlegungen im Gesundheitswesen
Im ersten Fachvortrag „Gerechtigkeitsbegriffe. Probleme ihrer Umsetzung“ gab der Soziologe Professor Johannes Berger (Universität Mannheim) eine allgemeine Einführung in grundsätzliche Gerechtigkeitsvorstellungen. Der Volkswirt Thomas Rudolf, wissenschaftlicher Mitarbeiter des gesundheitsökonomischen Lehrstuhls von Professor Oberender (Universität Bayreuth) ging anschließend in seinem Vortrag „Gerechtigkeit im Gesundheitswesen“ speziell auf das Gesundheitswesen ein, bevor Dr. Andreas Gerber, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Lauterbach (Universität Köln) die so genannte Bürgerversicherung als gesundheitspolitischen Vorschlag erläuterte. Gesundheitspolitische Themen bestimmten die Podiumsdiskussion. Dafür standen unter der professionellen Moderation des TKlers Ilja Tüchter, Redakteur bei der „Rheinpfalz“, mit Dr. Thea Dückert (stellvertretende Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag mit dem Arbeitsbereich Arbeit, Wirtschaft, Soziales und Finanzen) und Prof. Dr. Ralf Uwe Peter (Leiter der privaten Klinik „Gefäß- und Hautzentrum Ulm/Blaustein“ und Mitglied des Landesfachausschusses Gesundheit der FDP in Baden-Württemberg) zwei ausgewiesene Fachpolitiker zur Verfügung. In ihrem Eingangsstatement formulierte Dr. Thea Dückert ihre grundsätzliche Auffassung des Verhältnisses zwischen Staat und Markt im Gesundheitswesen: „Gesundheit“, so Dückert, „ist ein Risiko, welches die Gesellschaft absichern solle“. Im gegenwärtigen Gesundheitssystem gebe es allerdings zuviel „Über-, Unter-, und Fehlversorgung“. Zur Reform der Finanzierung empfahl sie das Konzept der Bürgerversicherung, auf der Ausgabenseite sieht sie hingegen nur eingeschränkte Möglichkeiten für die Politik, da hier auch die Selbstverwaltungspartner gefragt seien. Einen weiteren Bericht finden Sie auch im Uni-Report der Universität Mannheim. |
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