Deutschland und der Nahe Osten

Deutschlands Rolle im zivilgesellschaftlichen Aufbauprozeß der MENA-Region

Demokratieexport gen Orient? Im Zeichen der Zivilgesellschaft diskutierten die Teilnehmer/innen des Think Tank Deutschland und der Nahe Osten: „Deutschlands Rolle im zivilgesellschaftlichen Aufbauprozess der MENA- Region (Middle East and North Africa)“ über die Möglichkeiten der politischen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in der Region durch deutsche Akteure. Politische EZ, das heißt vor allem Förderung von Rechtsstaatlichkeit, Good Governance, Frieden und Menschenrechten sowie Aufbau demokratischer Institutionen.

Welche Rolle spielen dabei soziokulturelle Faktoren in der EZ, um diese Ziele in islamisch-arabischen Regionen erfolgreich zu implementieren? Wie sieht eine gute Personalpolitik in den deutschen Organisationen aus, wer kann (muslimischer) Partner vor Ort sein und wie „verkauft“ sich EZ innenpolitisch am besten? Dies waren einige der Fragen, die wir uns während der Veranstaltung vom 24. bis 26. Juni 2005 in den Räumen der Akademie der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin stellten.

Die Zusammensetzung der Referenten/innen spiegelte die verschiedenen Aspekte der politischen EZ wider: Nach der Eröffnung durch Herrn Dr. Andreas Jacobs, dem Koordinator für Naher Osten/ islamische Länder in der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) führte zunächst Herr Ingo Herbert, stellv. Referatsleiter Naher Osten im Auswärtigen Amt, in den politischen Kontext der euro-arabischen Beziehungen ein. Frau Elvira Ganter, Leiterin des Projekts „Beratungsansätze im Kontext von islamisch geprägten Ländern“ in der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), sowie ihre Kollegin Frau Ines Braune aus dem Bereich „Good Governance Maghreb- Staaten“ berichteten von ihren Erfahrungen einer Durchführungsorganisation der deutschen EZ.

Als ehemalige Büroleiterin der KAS für die Palästinensischen Gebiete in Ramallah sprach Frau Dr. Canan Atilgan über die Arbeit der politischen Stiftungen vor Ort. Die Sicht einer NGO auf Wirtschaft und Korruption vermittelte uns Frau Arwa Hassan aus dem Arbeitsbereich Middle East bei Transparency International. Schließlich referierten Frau Dr. Anna Würth vom Deutschen Institut für Menschenrechte und Frau Dr. Stefanie Brinkmann von der Universität Leipzig über Menschen- und Frauenrechte im islamischen Kontext.

Die thematische Breite der Referenten/innen fand ihre Entsprechung in der Vielfältigkeit der Teilnehmenden. So war der Think Tank institutionenübergreifend konzipiert, um die Kreativität von Studenten/innen aus verschiedenen Stiftungen und Förderungswerken, die sich in ihrem Studium mit der MENA- Region befassen, zusammenzuführen und zu deren Vernetzung beizutragen. Neben Teilnehmern/innen des Studentenforums im Tönissteiner Kreis nahmen Studenten/innen der Konrad-Adenauer- und Friedrich-Ebert-Stiftungen, der Studienstiftung, der Robert Bosch Stiftung, des Ev. Studienwerks Villigst, des Carlo-Schmid-Programms, des Max-Planck-Instituts für Völkerrecht , des Juniorenkreises im Nah- und Mittelost-Verein und Referenten/innen des Auswärtigen Amts und der GTZ teil.

Die unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründe durch Studium, Praktika und Beruf waren mit Grund für den außerordentlichen Erfolg des Think Tank, dessen Gedankenanstöße noch in einem Strategiepapier formuliert werden. Nicht zuletzt trug die förderliche Kooperation des Studentenforums mit dem Tönissteiner Kreis, dem Nah- und Mittelost-Verein (NuMOV) und der Konrad-Adenauer-Stiftung, die uns organisatorisch, logistisch und finanziell unterstützt haben, zum Gelingen des Think Tank bei. Den Ruf nach einem „follow up“ seitens der Teilnehmer/innen hat das Studentenforum in der Seminarkritik mit Freuden entgegengenommen.

Zur weiteren Lektüre verweisen wir auf den Artikel "Think Tank der Nachwuchsdenker" aus WirtschaftsForum Nah- und Mittelost 4/2005.

Hier können Sie die Abschlussdokumentation als pdf herunterladen.

 

Aktuelle Termine

Keine Termine